WB | Graz Center of Physics
Das neue Gebäude des GCP verfolgt eine funktional und städtebaulich durchdachte Architektur. Die Grundform basiert auf einer H-/X-förmigen Typologie mit vier Flügeln, die um ein zentrales Foyer gruppiert sind. Rücksprünge und Innenhöfe sorgen für Belichtung und Raumqualität. Die klare äußere Kubatur wird nach innen durch gerundete Hofseiten aufgelockert.
Eine zweite Hülle aus perforierten Metallblechen umspannt die Obergeschosse. Sie dient als Sonnenschutz und verweist gestalterisch auf das Wellenverhalten der Materie – ein zentrales Thema der Quantenphysik, das auch durch ein Foucault’sches Pendel im Foyer aufgegriffen wird.
Forschung, Lehre und Öffentlichkeit sind funktional voneinander getrennt. Fünf Obergeschosse mit je 4 m Höhe bieten flexible Labor- und Büroräume. Erd- und Untergeschosse mit 5 m Höhe beherbergen größere Einrichtungen und technische Infrastruktur. Besonders empfindliche Bereiche wie FELMI-ZFE, Optik und UHV sind schwingungsentkoppelt in den unteren Ebenen angeordnet.
Die Erschließung erfolgt über vier Kerne mit zusätzlichen Stiegen und Liftsystemen. Der sogenannte „Ring“ im ersten Obergeschoss definiert den Straßenraum, bildet einen Sockel mit Dachgarten und vermittelt zum städtebaulichen Umfeld.
Fuß- und Radwege bleiben erhalten, Fahrradstellplätze und eine Rampe zur Tiefgarage unterstützen nachhaltige Mobilität. Der Haupteingang liegt im auskragenden südöstlichen Flügel, ein Café mit Gastgarten belebt die Ecke zur Harrachgasse. Insgesamt vereint der Entwurf Funktionalität, Technik und gestalterischen Ausdruck auf hohem Niveau.